Eichenprozessionsspinner

Gesundheitliche Gefahren für die Bevölkerung

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist eine Schmetterlingsart, die eine gesundheitliche Bedeutung für den Menschen hat. Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den "Nestern bleiben", besitzen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren. 

Dauer der Gefährdung

Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit des Schädlings am größten. Alte Nester des Eichenprozessionsspinners, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Die Raupenhaare besitzen eine lange Haltbarkeit und können sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs anreichern. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus! Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Gifthaare. Die Haare können auch auf deren Fell haften bleiben und so an den Menschen weitergegeben werden. 

Symptome einer Raupendermatitis

Die allergische Reaktion des Immunsystems kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Bei betroffenen Personen steigt die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität mit der Anzahl der Einzelkontakte von Eichenprozessionsspinner-Brennhaaren stetig an. 

  • lokale Hautausschläge (Raupendermatitis)
  • Hautrötungen
  • leichte Schwellungen
  • starker Juckreiz und "Brennen"
  • Quaddeln am ganzen Körper
  • ggf. Atembeschwerden
  • ggf. Schwindel, Fieber und Müdigkeit

Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte der behandelnde Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.

Bei starken allergischen Reaktionen mit Atembeschwerden muss der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 alarmiert werden!

Foto Daniel Ullrich

Vorischtsmaßnahmen

  • Achten Sie auf entsprechende Beschilderungen und meiden Sie diese Bereiche
  • Berühren Sie niemals Nester und Raupen
  • Verzichten Sie auf Holzfällung- und Pflegemaßnahmen solange Raupennester erkennbar sind
  • Lassen Sie die Bekämpfung nur von fachkundigem Personal durchführen. Entsprechendes Technik und ein Vollschutzanzug wird benötigt
  • Beachten Sie die Windverhältnisse
  • Kontaminierte Kleidung und Schuhe schnell wechseln und bei mindesten 60°C waschen
  • Duschen und Haare waschen. Kaltes Wasser lindert den Juckreiz. Augen mit viel Wasser spülen